Was kann Social Media, was TV nicht kann?

This post was written by Bernhard Babbe on Mai 14, 2010
Posted Under: Gastartikel

Präsenz im Fernsehen ist das Größte. Punkt. Je nach gezeigter Sendung erreichen Sie ein Millionenpublikum, stellen Ihren Blog vor und werden bestenfalls — vor allem bei gut gemachten Spots — fast so gern gesehen wie die Sendung selbst. Tausende Leute besuchen anschließend den Blog, klicken auf die Werbebanner, nutzen den integrierten Onlineshop und lassen Ihre Kasse klingeln. Schön wär’s, nicht wahr? Leider ist Präsenz im Fernsehen für die meisten Blogger kaum zu realisieren. Twitter und Facebook sind da anders: viel erreichbarer irgendwie. Und Social Media – Plattformen besitzen bisweilen Vorteile, die Ihnen nicht einmal das TV bietet. Wenn Sie es geschickt anstellen, sagen Ihnen Social Media – Nutzer beispielsweise, was Sie an Ihren Blog verbessern können. Sie erzählen Freunden und Bekannten aus der Internetgemeinde weiter, was Sie demnächst vorhaben. Und sie können Sie bei der Vorbereitung internationaler Blog-Auftritte unterstützen, damit die erfolgreich und nicht erfolglos werden.

Social Media sind in aller Munde. Unternehmen und Blogger twittern. Sie setzen Videos auf YouTube, engagieren sich in Foren und haben ein Facebook-Konto. Manchmal wirkt das Ganze allerdings wie ein Hype, bei dem einfach jeder dabei sein muss: egal wie! Da meldet sich ein Blogger etwa bei einem passenden Internetforum an und schleudert ein „Hallo, mein Blog bietet die besten Infos über Autos, Kühlschränke, Wasserwaagen, Schweinswürste, Handys…“ in die Menge und ist anschließend wieder weg. DAS ist eher keine gute Social Media – Nutzung. Um Social Media wirklich effektiv zu nutzen, sollte man Social Media erst einmal verstehen.

Nie war mir der Mensch so nah

„Interaktion“ heißt das Zauberwort, das Social Media von den meisten anderen Medien unterscheidet. Wenn ein Journalist einen Ihrer PR-Artikel in einer Tageszeitung veröffentlicht, kommen bestenfalls Leserbriefe. Eine wirkliche Interaktion zwischen Ihnen und den Lesern Ihres Artikels ist das aber noch nicht. Plattformen wie Twitter und Facebook zeichnen sich dagegen durch hohe Interaktion aus. Sie müssen auch keinen Journalisten überzeugen, um sie zu nutzen. Der klassische Gatekeeper (Redakteur, Journalist…) ist bei vielen Social Media Plattformen ausgeschaltet. Das bedeutet: Jeder kann hier kommunizieren. Auch Sie. Aber wundern Sie sich nicht, wenn andere darauf nicht immer vorhersehbar reagieren. Das klingt wie Glatteis, finden Sie? Vielleicht! Auf solch spiegelglatten Flächen kann man schon einmal ausrutschen. Aber man kann auch Schlittschuh fahren und sich gut vorwärts bewegen. Man muss nur wissen, wie das geht.

Seien Sie höflich, nützlich und langweilen Sie nicht

Höflichkeit ist auch im Internet eine Tugend. Niemand platzt offline in eine Gesprächsrunde und brüllt: „Ich bin der beste Blogger im Land“. Online geschieht so etwas bisweilen. Stellen Sie sich lieber erst einmal vor. Und dann erzählen Sie den Leuten etwas Lustiges, etwas Originelles oder tun Sie etwas Nützliches für sie. Bestenfalls werden Ihre Botschaften dann zu ganz vielen Internetnutzern weiter getragen. Große Unternehmen machen so etwas teils sehr geschickt. Burger King ließ beispielsweise Facebook-Nutzer virtuell zehn Freunde opfern und schenkte ihnen dafür einen Gutschein für einen Burger. Man kann dabei sicherlich über den Wert von Freundschaften in der heutigen Zeit diskutieren. Man kann die Sache auch einfach als Gag sehen. Fakt ist, dass sich die Sache herumsprach und dass 20.000 Menschen insgesamt 200.000 ihrer Freunde offiziell aufgaben, um an den Gutschein zu kommen. Solch eine Kampagne hätte vielleicht auch ohne Social Media mit Zeitung und TV funktioniert. Aber Social Media hat sie wesentlich effektiver gemacht, weil Freunde Freunden von ihr erzählt haben, die wiederum Freunden von ihr erzählten, die…

Internationale Blogauftritte und Social Media

Ganz besonders interessant kann Social Media bei einem geplanten oder durchgeführten internationalen Auftritt eines Blogs oder Onlineshops werden. Durch den hohen Grad von Interaktion wird Ihr Blog durch eine Präsenz in Social Media viel schneller bekannt als etwa durch kleinere Zeitungsanzeigen. Wenn Sie mit Hilfe professioneller, muttersprachlicher Spezialisten Social Media nutzen, lernen Sie zudem die zukünftigen Besucher Ihres Blogs oder Onlineshops kennen. Vergessen Sie nicht: Sie haben es nicht nur mit Menschen zu tun, die eine fremde Sprache sprechen, sondern auch mit Menschen aus einer anderen Kultur. Möglicherweise mögen deutsche Besucher Ihren deutschen Webblog, das Design, die Texte und die in den Blog integrierten Videos und Bilder? Sehr schön. Es bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass auch Inder, Araber, Schweden und Kroaten es lieben, wenn Sie Texte 1/1 übersetzen lassen und das Design des Blogs komplett gleich bleibt. Die Zusammenarbeit mit muttersprachlichen Übersetzern gibt Ihnen die Chance, hier von Anfang an alles richtig zu machen. Und die Nutzung von Social Media im fremden Land erlaubt Ihnen ein effektives Monitoring. Sie erfahren, was die Menschen dort über die von Ihnen ins Netz gestellten Inhalte denken. Sie erfahren auch, was man den Menschen im Land eventuell wie verkaufen könnte. Arbeiten Sie auch hier mit einem Übersetzungsprofi zusammen, damit sprachliche Barrieren Ihren Erfolg nicht zunichte machen. Schauen Sie zudem, welche Social Media Plattformen Menschen im Zielland Ihres fremdsprachigen Blogs nutzen: Es sind nicht immer Facebook und Twitter. Achtzig Prozent der japanischen Nutzer von Social Media werden Sie beispielsweise bei Mixi.jp treffen.

Über den Autor

Christian Arno ist der Gründer und Geschäftsführer von Lingo24, einem internationalen Lokalisierungsunternehmen, das auf vier Kontinenten für Kunden in mehr als 60 Ländern tätig ist und einen Umsatz von mehr als 4 Mio. EUR erzielt.

————————————————————

So, das war  mein erster Gastartikel auf meinem Blog. Falls auch Sie Interesse an einen Gastartikel haben,  so schreiben Sie mit doch einfach eine E-Mail. Meine E-Mail Adresse finden Sie im Impressum.

Freundliche Grüße

Bernhard Babbe

[Post to Twitter] 

Reader Comments

Interessanter Gastbeitrag.
Social Media ist auch immer ein wenig eine Gratwanderung. Im Endeffekt m u s s Traffic auf die eigene Verkaufsseite fliessen. Niemand investiert einfach so Zeit in Social Media Marketing, ohne einen Nutzen zu haben. Und hier beginnt das Fingerspitzengefühl. Wieviel Werbung darf/muss/soll ich machen ohne gleich als “Spammer” wahrgenommen werden. Denn im Unterschied zur klassischen einweg TV-Werbung kommt bei Social Media unmittelbar ein Feedback zurück – ob gut oder schlecht.

Bernhard, du hast ein paar wirklich interessante Interviews auf deinem Blogg, gratuliere.

Grüsse

Robi Lack

#3 
Written By Lack Robi on Juni 7th, 2010 @ 15:27

Add a Comment

required, use real name
required, will not be published
optional, your blog address